|
Ich kann auch
nicht verstehen, warum das Bekanntwerden der Tatsache, daß er keine
Steuern hinterzogen hat, seinem guten Ruf Schaden könnte. Aber die
Kirche bezahlt ja schließlich schon seit 2000 Jahren keine Steuern,
und mit solchen Unsitten könnte man sich in klerikalen Kreisen vielleicht
unbeliebt machen...
Es war eigentlich alles nur ein Mißverständnis. Manch einer,
der mit einem schmalen Pfarrersgehalt von
4.000,-- € im Monat auskommen muß, würde ja aus lauter
Not auf die schiefe Bahn kommen. ...nicht so unser guter ehrwürdiger
Pfarrer! Er begab sich nicht auf das Niveau, Schwarzarbeit zu vermitteln,
damit er mit dem Zubrot eine warme Suppe für seine Kinder kaufen
konnte.
Ich kann es mir bis heute nicht erklären, weshalb ich diesen furchtbaren
Verdacht gegen den Pfarrer damals bekommen konnte. Aber ich bin ja auch
schließlich nicht der Papst, denn ich kann mich irren.
Was ist denn schon Großartiges passiert? Der Pfarrer verlangte von
mir die Bezahlung eines Handwerkers, den er absolut uneigennützig
mit der Herrichtung einer Grabstätte beauftragt hatte. Da war es
von mir ja auch eine Zumutung, von dem Pfarrer die Austtellung eines schriftlichen
Beleges zu verlangen.
 |
"Du
Idiot, wenn du eine Rechnung willst, geh zum Friedhofsgärtner"
Mit
dieser handgeschriebenen Postkarte, die ich vom Pfarrer erhielt,
bezichtigte sich jener nicht selbst, Steuern zu hinterziehen.
Wahrscheinlich hatte er einfach nur keine Lust, eine Rechnung auszustellen
oder der Quittungsblock war alle. Das kann man ja auch verstehen
bei seiner großen Arbeitsüberlastung.
|
 |
Die Wahrheit kam aber
doch an das Tageslicht. In Wirklichkeit hatte der Pfarrer die von
mir geforderten 500,-- DM in Jahre 1993 ausschließlich für
den Kauf der Pflanzen dieser Gruft verwendet.
Um die Kosten möglichst
niedrigst zu halten, hat er wohl sogar die billigen Sonderangebote
des Gartencenters ausgenutzt, sonst hätte ich noch mehr zahlen
müssen.
Die Rechnung des Gartencenters
hat er mir zwar nie vorgelegt, aber wahrscheinlich ist sie verloren
gegangen. Das kann ja schon ´mal bei dem Alltagsstreß
vorkommen.
...und wer würde
denn schon dem Worten eines Gottesmannes mißtrauen?
|
Nun gut, ich hattte das alles wohl falsch verstanden und den Pfarrer bei
der Steuerfahndung angezeigt. Ich weiß ja auch nicht, weshalb ich
so etwas Böses tun konnte. Wenn ich katholisch wäre, müßte
ich zur Strafe zu Fuß nach Lourdes pilgern. Der Pfarrer strengte
dann einen Zivilprozeß gegen mich an, bei dem er wirklich nur die
volle Wahrheit sagte.
|
|
Das ist die Ehefrau
des evangelischen Pfarrers, der keine Steuern hinterzogen hat.
Diese Aufnahme entstand während ihrer vierten Schwangerschaft.
Heldenhaft kämpft sie für den Erhalt des vom Aussterben
bedrohten deutschen Volkes.
Eine tapferes Mütterlein, bravo mach´ weiter so!
Kämpft für
den Erhalt des deutschen Volkes:
Pfarrersfrau ... aus ...
|
|
|
Der
kleine Bruder des evangelischen Pfarrers, der keine Steuern hinterzogen
hat, ist in seiner Kindheit niemals von jenem sexuell nißbraucht
worden.
In
seiner Jugend kümmerte sich der kleine Bruder des evangelischen
Pfarrers, der keine Steuern hinterzogen hat, um die kranke Mutter
und betreute liebevoll die blinde Großmutter bis zu ihrem
Tode.
Der
evangelische Pfarrer, der keine Steuern hinterzogen hat, hatte leider
keine Zeit dafür. Daß muß man natürlich verstehen,
denn er mußte sich natürlich um die Schäfchen seiner
Gemeinde kümmern.
Als
es nach dem Tode der Mutter zu einer Erbauseinandersetzung zwischen
dem evangelischen Pfarrer, der keine Steuern hinterzogen hat, und
seinem kleinen Bruder gekommen war, sagte der evangelische Pfarrer
vor Gericht nur die Wahrheit - nichts als die Wahrheit! Wer würde
wohl etwas anderes denken?
Sorgt sich um kranke Verwandte: Der kleine Bruder des evangelischen
Pfarrers, hier ein Archivbild
|
 |
Die Schwiegermutter
des evangelischen Pfarrers, der keine Steuern hinterzogen hat, hilft
in ihrer knapp bemessenen Freizeit armen Menschen, die nicht in
der Lage sind ihre Einkommenssteuererklärungen alleine auszufüllen.
Selbstverständlich nimmt sie dafür kein Geld an, sondern
spendet die spärlichen Trinkgelder für hungerde Kinder
in der Dritten Welt.
Nie würde sie auf die absurde Idee kommen, ihren Ehemann anzustiften,
schwarz zu arbeiten, damit sie die Schulden für ihr bescheidenes
Reiheneigenheim abbezahlen kann.
Hilft uneigennützig:
Frau ... aus ...
|
 |
Die Tochter des eangelischen
Pfarrers, der keine Steuern hinterzogen hat, kümmert sich aufopferungsvoll
um kranke Tiere, die sie in Pflege nimmt.
Hilft kranken Tieren:
Tochter ... aus ...
|
Aber es gibt
noch andere hinterhältige Mitmenschen, die dem braven Pfarrer übel
mitgespielen wollten. Jemand fälschte gar sein Briefpapier und schrieb
böse Leserbriefe. So was macht unser von Grund auf anständiger
Pfarrer nicht, und deshalb ermittelte die Staatsanwaltschaft erst auch
gar nicht gegen ihn. Warum soll man auch dafür Steuergelder verplempern?
Wer weiß
schon, wer dieser Spitzbube war. Der Gutachter des Landeskriminalamtes
bewies schon rasch meine Unschuld. Aber der Richter verurteilte mich dennoch,
"auf Grund seines persönlichen Eindrucks". Aber wer will
schon an der großen Weisheit und Redlichkeit dieses Mannes zweifeln?
Bei der Berufungsverhandlung
erpreßte mich Richterin... nicht, mich in die Psychiatrie einzuweisen,
damit ich die Berufung wieder zurücknehme. So etwas würde bestimmt
kein Richter machen, denn die Bundesrepublik ist ja ein vorbildlicher
demokratischer Rechtsstaat.
 |
Das
Landgericht von ... repräsentiert einen Höhepunkt der westdeutschen
Nachkriegsjustiz.
Erpressungen und Rechtsbeugungen von Richtern, sowie Strafvereitelungen
im Amte von Staatsanwälten würden hier niemals vorkommen.
Statt dessen bestimmen menschliches Einfühlungsvermögen,
Gerechtigkeitssinn und Pflichtbewußtsein das Bild.
Wir Deutschen müssen stolz sein auf die Justiz unseres Landes
und sollten ihr unbedingtes Vertrauen schenken! |
Ich mußte
dann jedenfalls Beweise für meine Unschuld recherchieren und wandte
mich deshalb an die Öffentlichkeit mit einer Flugblattaktion. Ich
kann mir auch nicht erklären, wie durch meine Veröffentlichungen
der arme Pfarrer in diesen üblen Verdacht kommen konnte, Steuern
zu hinterziehen. Daher möchte ich mich bei ihm in aller Form für
diese Mißverständnisse entschuldigen.
Im Mittelalter wäre ich dafür auf dem Scheiterhaufen verbrannt
worden, ich hätte es sicher verdient.
Die Staatsanwaltschaft
war daher so freundlich, gegen mich Anklage zu erheben. Der gute Pfarrer
ist jetzt von dem wirklich absurden Vorwurf der Steuerhinterziehung befreit.
Ich muß mal einen bibelfesten Bekannten fragen, welche Strafe eigentlich
die Bibel vorsieht, wenn man einen Pfarrer der Steuerhinterziehung bezichtigt.
Vielleicht
steinigen? ...oder totschlagen? Nein, ich habe noch einmal Glück
gehabt, denn das Christentum ist schließlich eine Religion der Liebe,
die verzeihen kann.
Wegen
des wirklich vorbildlichen Verhaltens dieses Pfarrers möchte ich
Sie, liebe Leserinnen und Leser, auffordern, möglichst umgehend der
evangelischen Kirche beizutreten!
|